Wieder mache ich auf dem Heimweg endlos lange To Do Listen im Kopf. Alles, was ich heute noch schaffen will. Ich merke, wie mein Kopf immer voller wird und sich Spannung in mir aufbaut. Der Druck, der entsteht, ist enorm.

Genau das passiert mir immer wieder.

Ich folge täglichen Routinen und türme einen riesigen Stapel an Arbeit auf und wundere mich, warum ich das nicht schaffe. Gar nicht schaffen kann. Dann kommt ein Gefühl in mir hoch, dass ich echt versagt habe. Ich kann das nicht. Ich schaffe das nicht. Ich bin erschöpft.

Heute jedoch…

…gelingt es mir, darüber nachzudenken, wer oder was mir eigentlich Druck macht. Wie komme ich auf die Idee, dass ich das ALLES machen MUSS? Und das an einem Tag?!

Wenn ich diese Listen im Kopf mache, merke ich, dass ich gar nicht ICH bin. Ich bin in Gedanken bei Anderen.

„Wenn ich heute nicht zu meinem Pferd fahre, was denken die Leute im Stall von mir?“. „Wenn meine Wohnung weiter so aussieht, als wäre ein Wirbelsturm durch geflogen, was denken Besucher von mir?“ „Ich muss heute noch ganz viel für die Arbeit tun, sonst denkt mein Chef ja, ich ruhe mich nur aus.“ „Ich will heute Nachmittag mit meiner 2 Jährigen etwas ganz Tolles machen und nur Zeit für sie haben, sonst bin ich keine gute Mutter“. Und so geht das weiter und weiter.

Gedanken über andere Menschen, was sie von mir denken könnten und mich dann im vorauseilenden Gehorsam anzupassen. Und dann passt es doch wieder nicht, denn gerade heute will derjenige, den ich glücklich machen will, eben doch was ganz anderes.

Wie aufwendig und erschöpfend!

Ein Hamsterrad in dem man endlos laufen kann, ohne bei sich selbst anzukommen.

Da frage ich mich: Wo bin ich? Was will ich? Und vor allem, wer oder was bringt mich dazu, mich so anzupassen und meine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zurückzustellen?

Ich will in Gemeinschaft sein.

Ich will, dass der Andere mich mag oder liebt und ich glaube, dass ich mich dafür anpassen muss. „Lieb sein“, wie man das als Kind so oft hört. Oder man ist eben „Böse“, wenn man nicht so ist und dann wird man nicht gemocht. Das kann wiederum schnell in Trotz umschlagen. „So, jetzt bin ich dran!“; „Sollen die Anderen doch machen, was sie wollen!“. Auch das ist anstrengend, denn so ist man ebenso nicht bei sich.

Was dabei auf der Strecke bleibt, ist das Gefühl für mich selbst.

Was brauche ich gerade? Wie kann ich für mich sorgen? Womit geht es mir gut?

Wenn ich mich darauf einlasse und wirklich spüre, was in mir ist und was ich jetzt will oder brauche, dann komme ich in die Zufriedenheit. Dann ist es egal, was jemand anders will. Es kann einfach neben dem stehen, was ich will.

Ich will dich heute einladen, dir folgende Fragen zu stellen:

Was willst du wirklich?
Was macht dich glücklich?
Wofür brennt dein inneres Feuer?
An welchen Stellen oder Situationen merkst du, dass du etwas nicht für dich, sondern für Andere tust?

Nimm dir die Zeit, dies für dich zu beantworten und dir darüber bewusst zu werden.

Anstrengung und Erschöpfung entsteht meist dadurch, dass wir versuchen, Andere glücklich zu machen.